Bist du oft unruhig? Ungeduldig? Ständig beschäftigt?

Von Julia Söllner, 03.07.24

Dann mag es sein, dass dein „Beeil’ dich“-Antreiber recht ausgeprägt ist. 


Innere Antreiber sind verinnerlichte Denk-, Gefühls- und Verhaltensgewohnheiten. Nach der Transaktionsanalyse (E. Berne) gibt es 5 verschiedene Antreiber, die wir alle in unterschiedlicher Ausprägung in uns tragen:

Beeil' dich,
Sei' perfekt,
Sei' stark,
Streng' dich an,
Mach's allen recht. 

Sie sind darauf ausgerichtet, dass wir uns entsprechend verhalten, weil es sich (früher!) als erfolgreiche Strategie gezeigt hat, um z.B. Lob und Anerkennung zu bekommen.

Im Falle des beeil' dich-Antreibers, kann immer in Bewegung zu sein aber auch eine Vermeidungsstrategie sein, um nicht mit unangenehmen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Denn je mehr Tempo wir drauf haben und je mehr Dinge wir tun, desto weniger können wir mit unserem Inneren in Kontakt sein.


Antreiber entstehen in den frühen Jahren unserer Biografie und sind eine Antwort auf Beziehungserfahrungen, die wir gemacht haben. Wenn z.B. die Eltern immer wenig Zeit hatten oder selbst kaum Pausen gemacht haben, kann eine innere Überzeugung entstehen von „ich muss immer schnell machen“ oder „immer etwas zu tun haben“, damit wir ihnen gerecht werden.  


Erkennen können wir den „beeil’ dich“ Antreiber an Gedanken wie z.B.: „Jetzt mach schon!“, „das ist doch Zeitverschwendung!“ „Zack, zack, zack“, oder: „das mach’ ich noch schnell“. Oder auch durch ein schnelles Redetempo, Multitasking, Gedankensprünge, nervöses Beinwippen oder Fingertrommeln auf dem Tisch.


Innere Antreiber bringen immer auch gute Eigenschaften mit sich. Der beeil’ dich Antreiber z.B., dass dadurch jemand gut mit Zeitdruck umgehen kann und effektiv ist. Besonders im Arbeitsmarkt eine willkommene Eigenschaft! 


Je stärker der Antreiber ausgeprägt ist, desto größer ist jedoch auch die Gefahr, dass wir die Dinge übertreiben und unser gesundes Maß aus den Augen verlieren - bzw. es gar nicht kennen.

Wir halsen uns dann chronisch zu viel auf, jonglieren tausend Bälle gleichzeitig, können nicht abschalten und nehmen keine Pausen. Die Notbremse zieht dann nicht selten unser Körper: Wir werden krank oder rutschen vielleicht ins Burnout. Auf jeden Fall aber leben wir so an uns selbst vorbei. 


Sich den inneren Antreiber (immer wieder) bewusst zu machen, ist daher essentiell. Wichtig ist auch, sich selbst dabei auf die Schliche zu kommen, wenn wir „mal eben schnell“ noch eine Aufgabe übernehmen, oder wenn wir uns selbst oder anderen innerlich in die Hacken treten, weil wir ungeduldig sind. 


Steuere dann bewusst in die entgegengesetzte Richtung: Nimm dir Pausen und 1-2 Gänge raus aus allem. Dünne die to do Liste aus. 

Und mache dir bewusst: 


Du entscheidest selbst, wann du dich beeilst und wann nicht. 

Du darfst Pausen machen. 

Und dein eigenes Tempo finden. 



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Kennst du deine inneren Antreiber? Du kannst einen kostenfreien Test im Internet machen, z.B. auf: https://transaktionsanalyse-online.de/antreiber-test/

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