Einfach machen?!
Von Julia Söllner, 09.11.23
„Wenn’s denn so einfach wäre“, denkst du jetzt?
Gerade wenn es um wichtige Themen im Leben geht, können es Menschen mit einem hohen Anspruch an sich selbst schwer haben. Sie wollen alles richtig und besonders gut machen. Sie strengen sich enorm an, denken um jede Ecke.
Perfektionsmus bringt auch gute und nützliche Eigenschaften mit sich. Er kann uns helfen, sehr gute Leistungen zu erbringen und es deshalb zum Beispiel beruflich weit zu schaffen.
Das Problem ist nur: Wenn wir von einem hohen Perfektionismus angetrieben werden, dann liegt die Messlatte für alles sehr hoch - und alles muss diesem inneren Standard genügen. Ob bei kleinen oder großen Aufgaben, wichtigen oder unwichtigen. Ob wir gerade erst anfangen oder schon länger dabei sind.
Unsere innere Kritik ist dann gnadenlos und verliert oft das Gefühl dafür, was ein „gesundes Engagement“ ist. Nichts ist gut genug, alles muss mehrmals kontrolliert werden, bevor eine Aufgabe erledigt ist. Der Aufwand bis dahin ist oft immens und die Zweifel an der eigenen Leistung trotzdem groß.
Und manchmal ist unsere Angst davor Fehler zu machen auch so groß, dass wir gar nicht erst losgehen. Obwohl wir gerne wollen. Wir „wissen dann nicht, was wir wollen“. Im Prinzip wissen wir es schon - wir trauen uns nur nicht loszugehen. Aus Angst, dass es dem Perfektionisten in uns nicht genügt.
Die Lösung?
Zu verstehen, woher dein hoher Anspruch an dich selbst kommt. Welche Rolle hat Funktionieren und Leistung in deiner Biografie gespielt? Inwiefern war es wichtig, den Erwartungen anderer zu genügen?
und
Zu verstehen, dass das Leben mit der perfektionistischen Brille auf viel Kraft kostet. Dass du dich damit überforderst und Gefahr läufst, auszubrennen. Und wie schade es wäre, wenn du du deine ganzen guten Ideen nie angehen wirst.
Deshalb: Einfach machen.
Gut ist gut genug.
Und vielleicht ist es das ja schon - wenn du dem Perfektionisten in dir die Entscheidungsmacht nimmst und die Höhe deiner Messlatte selbst bestimmst.