Worauf bist du stolz in deinem Leben?

Von Julia Söllner, 27.05.24

Worauf bist du stolz in deinem Leben? 


Was passiert in dir, wenn du dir diese Frage stellst? 

Welche Gedanken und Reaktionen bemerkst du? 

Fallen dir direkt ganz viele Dinge ein – oder musst du erst mal nachdenken und bist kritisch, was du hier überhaupt nennen kannst? 


Und kennst du in diesem Zusammenhang auch diese Gedanken:

„Naja, dass ich x erreicht habe war auch Glück…“,
„Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe“,
„Ob ich nun
darauf wirklich stolz sein kann…“ 


Wenn dir das bekannt vorkommt, ist es gut möglich, dass du einen starken inneren Antreiber in dir trägst, der nach Anerkennung durch Leistung strebt. 

Das ist ein Antreiber, dem nichts genug ist oder der sich nur kurz über Erfolge freuen kann und dann gleich wieder das nächste Ziel vor Augen hat. Der zuverlässig das Haar in der Suppe findet, das, was nicht optimal gelaufen ist. Oder der denkt, dass deine Errungenschaften mehr an den Umständen lagen, anstatt an deinem Können. 


Seinen unbewussten Ursprung finden innere Antreiber in der eigenen Familiengeschichte und prägenden Lebenserfahrungen. Das psychologische Modell der 5 inneren Antreiber (Berne/Harris) stammt aus der Transaktionsanalyse. Es geht davon aus, dass wir alle Antreiber in uns tragen (sei perfekt, mach es allen recht, beeil' dich, sei stark, streng dich an), und dass deren jeweilige Ausprägung von den Beziehungserfahrungen abhängt, die wir im Leben gemacht haben.

Hatten wir wie in diesem Beispiel Eltern oder Bezugspersonen, denen Erfolg und Leistung besonders wichtig war, wo "alles richtig machen" und Funktionieren eine Rolle gespielt hat und es wichtig war, nach Außen einem gewissen Bild zu entsprechen, kann sich z.B. ein starker "sei perfekt"-Antreiber ausbilden.

Auch das ungelebte Leben der Eltern spielt hier oft eine Rolle: Deren Lebensentwürfe und Träume, die ungelebt blieben und deren Erfüllung unbewusst auf die Kinder übertragen werden. Die Antreiber versuchen uns dann im wörtlichen Sinne innerlich, unbewusst dazu anzutreiben, so zu sein, wie die Eltern es wollen - sodass Anerkennung und Wertschätzung am wahrscheinlichsten ist.


Von unseren Eltern anerkannt zu werden und dadurch das Gefühl zu haben, dass wir gut so sind, wie wir sind, ist uns ein Grundbedürfnis. Als Kinder versuchen wir deshalb natürlich fast alles, um unseren Eltern gerecht zu werden. Ob die Anerkennung dann aber kommt oder nicht, liegt aber eben an den Eltern oder dem Gegenüber. Egal, wie "perfekt" wir uns verhalten.

Es kann deshalb eine große Befreiung sein, sich als Erwachsene/r bewusst von den damaligen Standards unserer Familie zu distanzieren und sich klarzumachen zu, dass wir selbst in der Hand haben, welchen Ansprüchen wir gerecht werden wollen – und welchen nicht. Am Ende sind es nämlich nur unsere ganz eigenen. 


Mache dir bewusst:

Du musst nichts mehr beweisen. 

Und bist genau gut so, wie du bist. 


Du musst nichts tun oder erst noch erreichen und dann ist es vielleicht irgendwann gut… 

Du bist gut so wie du bist. Jetzt und hier. Mit allem, was du bist. 


Nimm' dir diese Sätze mit und setze dann nochmal ganz bewusst die Anerkennungsbrille auf:

Worauf bist du stolz?


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Bist du neugierig geworden, welches deine inneren Antreiber sind? Du kannst den Test kostenfrei im Internet machen, z.B. auf: https://transaktionsanalyse-online.de/antreiber-test/

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