STOPP!
Von Julia Söllner, 21.08.24
Wenn wir etwas in uns und unserem Leben ändern wollen, dann müssen wir bei unseren Gedanken anfangen.
Denn Gedanken bewirken Gefühle und daraus entsteht dann ein Verhalten.
Gewohnte und alte Gedankenmuster produzieren entsprechend Gefühle und Verhalten, das wir schon kennen. Dieser Kreislauf und die immerwährende Wiederholung davon, formt unser Selbstbild. Und das hat im Sinne der eigenen Identität viel Kraft in unserer Welt, es gibt uns Stabilität, ein inneres Geländer.
Der Beginn jeder Veränderung ist deshalb, dass wir anfangen zu beobachten, was wir denken. Dass wir, so oft es geht, aussteigen aus unserem fortlaufenden Gedankenstrom und unsere Gedanken hinterfragen: Welche Gedanken sind gerade da? Sind es wertschätzende Gedanken, die wohlwollend sind und mir guttun?
Oder sind es stressige, kritische Gedanken? Fühle ich mich schlecht oder machtlos aufgrund der Gedanken, die ich habe? Weil ich zum Beispiel denke, dass ich etwas müsste, sollte, nicht hätte tun dürfen? Ich etwas nicht kann, etwas nicht geht, ich nicht genug bin, nicht so gut bin wie XY, ich es niemals schaffe, es jetzt eh nicht mehr lohnt…
STOPP!!!
Wenn wir jetzt nicht bewusst stoppen, glauben wir diesen so gewohnten Gedanken, ohne dass wir es merken. Oft kennen wir die ja auch schon so gut und Bekanntes hat es in unserem Kopf viel leichter. Wir nehmen sie sofort als wahr an, gehen mit ihnen mit und fühlen uns höchstwahrscheinlich schlecht. Verhalten uns entsprechend, um etwas zu kompensieren. Und füttern damit weiter ein Selbstbild, dass nicht wertschätzend ist. Die Negativspirale par excellence.
Wir müssen viel mehr hinterfragen, was wir denken! Nicht alles glauben, was uns durch den Kopf geht. Über uns selbst und über andere. Und viel bewusster entscheiden, was wir stattdessen denken wollen. Wie wir uns wirklich sehen und über uns denken wollen.
Das Haar in der Suppe sehen - oder das loben, was gut läuft? Rummäkeln - oder dankbar für das sein, was da und in uns ist. Uns in Rechtfertigungen zu verlieren, warum etwas nicht geht - oder es wegen dem einen Grund doch zu tun. Die alte Geschichte, die wir uns über uns selbst erzählen immer wieder glauben - oder daraus ausbrechen und anfangen die Geschichte so zu erzählen, wie du wirklich willst.
Und klar, sicherlich ist nicht alles möglich, nur weil wir etwas wollen. Und es ist auch wichtig zuerst zu ergründen und zu verstehen, warum wir überhaupt angefangen haben, so über uns selbst zu denken.
Um die destruktiven Muster aber letztendlich zu ändern, führt nichts am Machen vorbei. Und das heißt auch, immer wieder zu erkennen, wenn wir im alten Gedankenmuster stecken. Uns dabei wieder und wieder zu erwischen und uns dann sanft aber bestimmt dahin auszurichten, wo wir stattdessen hinwollen. Das hat positivere Gefühle zur Folge und entsprechend ein anderes Verhalten. Eine neue Positiv-Spirale entsteht.
Das braucht seine Zeit, bis es in Fleisch und Blut übergeht. Und manche Dinge werden vielleicht immer ein wenig innerliche, gedankliche Korrektur brauchen. Aber wenn wir es gar nicht erst angehen, wird es immer so bleiben, wie es ist.
Deshalb: Tauche immer wieder auf aus deinem Gedankenstrom und halte dir dein Gedanken-Stoppschild vor die Nase. Und frage dich: Ist das etwas, das ich über mich denken will? Stimmt das eigentlich, was ich da denke? Wie will ich stattdessen über mich denken?
Und dann denke das. Und vor allem: Fühle das. Auch wenn es ungewohnt sein mag.
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