Der gute Vorsatz ist ein Gaul, der oft gesattelt, aber selten geritten wird.  

(Mexiko)

Von Julia Söllner, 07.08.24

"Ab JETZT wird alles anders!" 
"JETZT geht es wirklich nicht mehr so weiter!" 


Kennst du das auch? 


Gesündere Essgewohnheiten, mehr Sport, weniger Trash-TV, besserer Schlaf - die Klassiker unter den guten Vorsätzen werden gern zum neuen Jahr gefasst. Oft aber auch, nachdem etwas Einschneidendes passiert ist: Eine Diagnose, eine Kündigung, eine Trennung. 


Eine akut drohende und sehr unbequeme Konsequenz als Anlass macht es uns oft leichter, endlich Dinge anzufangen oder aufzuhören. Und es macht natürlich viel Sinn, dass wir das dann auch tun. 


Es gibt aber noch so viel mehr Dinge, für die gefühlt nie so recht die richtige Zeit kommt. Kleinere Dinge, die nicht so dringlich scheinen und die wir deshalb ewig mitschleppen. Die aber langfristig ein grundlegenden Unterschied für unser Leben machen würden: 


Sich in Selbstakzeptanz üben.
Nein sagen lernen.
Sich selbst wichtig nehmen.
Sich fragen, was man wirklich will im Leben.
Selbstdisziplin lernen.
Unangenehme Themen nicht mehr vermeiden, sondern angehen.

Das Problem:
All diese Dinge brennen nicht. Sie brennen erst nach einer langen Zeit.

Denn meistens sind wir bereits sehr gut darin geworden, die Konsequenzen (denn auch hier gibt es welche) zu ertragen. Sie innerlich wieder in die Schublade zu stecken und einfach weiterzumachen.


Die Konsequenzen sind dabei aber ebenfalls tragisch: 

Wir leben nicht unser wahres Selbst. 
Wir verkompromissen grundlegende Bedürfnisse, die wir haben. 
Arrangieren uns mit etwas, das uns nicht entspricht. 
Wir kommen nicht in unsere Kraft. 
Lassen Träume Träume bleiben und drehen uns im Kreis. 

Und die Wahrheit ist: Tief im Inneren wissen wir das auch. 


Veränderung bedeutet auch immer Verzicht auf etwas Gewohntes und Schritte gehen auf neuem Boden. Das verunsichert. Stellt uns auf eine Probe. 

Aber vielleicht ist das weniger schlimm, als immer da zu bleiben, wo du jetzt stehst. 


Sattele deine Bedürfnisse, Wünsche, Träume und „eigentlich müsste ich ja mal“ nicht nur. Reite sie. Hol’ die Themen aus der inneren Schublade und geh’ sie an, auch wenn’s unbequem ist. Du hast nur dieses Leben. 


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