Lebensthemen und die Beziehung zu uns selbst
Von Julia Söllner, 23.01.23
Was heißt es eigentlich, eine gute Beziehung zu sich selbst zu haben?
Es geht darum, sich selbst zu kennen, sich wertzuschätzen und authentisch mit sich und anderen zu sein. Die Facetten der eigenen inneren Welt zu kennen - Stärken, Schwächen, Bedürfnisse, Werte, Grenzen, auch die biografische Wunden - und wertschätzend mit ihnen umzugehen.
Wie gut die Beziehung zu uns selbst ist, lässt sich gut an unserem Alltag ablesen:
Bist du viel gestresst oder ausgelaugt? Gibt es viele Konflikte? Druck? Leere? Rastlosigkeit? Angst? Innere Kritik?
All dies gibt Hinweise darauf, wie wir mit uns selbst umgehen. Denn diese Gefühls- und Seinszustände zeigen, dass etwas in uns nicht im Gleichgewicht ist. Sie zeigen, dass wir zu viel zulassen, uns selbst nicht ernst nehmen. Wo wir uns unserer Grenzen bewusst sind - und sie auch setzen - und wo nicht. Und dass wir Dinge tun, weil wir uns tief in uns selbst, so wie wir sind, als nicht gut genug empfinden.
Diese Seinszustände können wir daher - aus einer neuen Perspektive betrachtet - auch als Einladung sehen, die Beziehung zu uns selbst zu überdenken.
Je besser wir uns und unsere Lebensthemen kennen, desto mehr innere Freiheit und Spielraum bekommen wir, diese Beziehung zu gestalten.
Denn unbewusste Lebensthemen können uns und unsere Lebensqualität aufgrund innerer Konflikte stark beeinträchtigen. Weil wir uns überfordern, andere wichtiger nehmen als uns selbst, weil wir uns zu Dingen zwingen, um einem gewissen Bild zu entsprechen, in Beziehungen und Jobs bleiben, obwohl sie nicht gut für uns sind oder unter unseren Möglichkeiten bleiben.
Das Ergründen unserer Lebensthemen in einer Therapie oder einem Coaching führt zur mehr mentaler und emotionaler Flexibilität, um mit uns selbst und den Herausforderungen im Leben umgehen zu können. Und dazu, dass wir unseren tatsächlichen Wert kennen - und auch dementsprechend handeln.
Hier kommt ein Gedankenexperiment für dich.
Denke und fühle dich in diesen inneren Zustand hinein:
Wenn ich genug so bin, wie ich bin - ich nichts mehr tun muss, anders sein muss, nichts mehr beweisen muss - sondern genau so gut bin, wie ich bin:
Wie würde mein Tag heute aussehen? Was würde ich nicht mehr tun? Was vielleicht anfangen? Wie gehe ich mit mir selbst um? Mit welchen Menschen umgebe ich mich? Mit welchen nicht mehr?
Welche Impulse, Gefühle und Bilder sind dir dazu gekommen?
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